Reisebericht by Sherpa Outdoor Thierry Hennige

Der Weckruf des Muezzins war an diesem Morgen beharrlicher als das Kläffen der Hunde und trieb die Schlafmüden aus den Federn, bzw. aus den Schlafsäcken. Nach der Morgentoilette folgte der kurze Morgenspaziergang zum nahen Hotel-Frühstücksbuffet, an welchem dieses Mal ein afrikanisches dunkles Porridge auf Wagemutige wartete. Wer das englische Porridge mag, dem wird auch das afrikanische schmecken: geschmacklich neutral, sehr flüssig und mit unbekanntem Inhalt.

Fast pünktlich wurden die Jeeps bestiegen und der Nationalpark Lake Nakuru angegangen. Begrüsst wurden wir am Eingang von äusserst besuchsfreudigen Affen, welche sich wortwörtlich gleich auf uns stürzten. Nach den ersten Photosujets wurde der sichere Zaun hinter uns gelassen und wir begaben uns auf Safari. Naja…zumindest glaubten wir, dass wir es machen, aber vermutlich wurden wir stattdessen  gejagt.  Die ersten paar Minuten gab es ausser Affen und Gazellen, hunderten von Vögel, seien es Pelikane oder Flamigos, Strandläufer usw., Kaffernbüffel und vieles andere Getier NICHTS zu sehen, aber gar NICHTS! Eben ausser die hunderten von Wildtieren, die alle irgendwie leider gleich aussahen…

Die Tarngiraffen machten weiter ihrem Namen Ehre, dafür trauten sich nun Flusspferde aus der Deckung, während sich aus den Büschen der erste junge Löwe anschlich. Aus einem wurden sechs, welche es sich auf einem abgestorbenen Baum gemütlich machten und offensichtlich darauf warteten, dass wir im Inneren des Jeeps von der Hitze vorgekocht wurden, bevor sie sich auf uns stürzen konnten.

Weiter ging die Fahrt, Rhinos wurden der Photoliste hinzugefügt, doch Elefanten und die Tarngiraffen waren noch zum Abschuss frei. Ein sensationelles Mittagessen erwartete uns, in einer oberhalb des Sees gelegenen Luxuslodge, grosser Terrasse und wunderschönen Grünanlage. Das Buffet erfüllte alle Wünsche: riesige Auswahl, internationales Essen (inkl. indisch!), Desserts die auf der Zunge zergingen…ein wahrer Traum! Ein Traum, der in einen Cognac für CHF 20.—gipfelte…

Die Suche nach Giraffen und Elefanten nahmen wieder ihren Lauf, doch auch von einem hohen Aussichtspunkt aus, von welchem man den ganzen Park sehen konnte, brachte kein befriedigendes Resultat. Erst gegen Ende konnte die Tarnung geknackt werden und die grossgewachsenen Giraffen präsentierten sich in ihrer vollen Eleganz, versteckt zwischen den Bäumen. So manches „Ah“ und „Oh“ wurde ausgestossen, als man sie beim Essen beobachten konnte.

Anschliessend der Heimkehr gab es im Garten von Mama Matata den noch offenen Show-Schwingkampf zwischen verschiedenen Parteien. Nach einer Einschulung durch unsere Schwinger Michael Bless und Nöldi Forrer, wie man verschiedene Wurf- und Grifftechniken korrekt anwendete, wagten sich die ersten in die Arena.

Als erste Gladiatoren traten Roger Rissi gegen den Schreiberling an, wobei Roger durch langfristige Verteidigung und Kondition gewann, während die Hautfarbe des Unterlegen nach dem Kampf jedem Appenzeller-Käse gerecht geworden wäre. Als zweite Attraktion kam es zu einem Kampf zwischen dem Photografen Mattias Schenkel und dem Fahnenteam Heimgartner, vertreten durch Nicos Höhener. Obwohl Mattias es mit psychologischer Kriegsführung versuchte und von seiner Kampferfahrung sprach, schien dies Nicos nur noch mehr anzustacheln und der Kampf war schneller vorbei, als davor das Anziehen der Schwingerhosen gedauert hatte…

Der Hauptkampf wartete, Nöldi Forrer und Michael Bless standen bereit. Anstatt ein Raunen aus der Menge konnte man ein „Jeh, siand die schnüssig“ vernehmen. Wer noch einen Beweis brauchte, dass Frauen an Schwingerfesten teilweise negativ auffallen, der hatte ihn nun. Ein ständiger Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung, es war eine Freude das Ringen zwischen den Giganten zu beobachten. Beide zeigten eine Beweglichkeit, welche man so nicht erwartet hätte, der Kampf endete schliesslich fair 1 : 1. Aufgrund des Verletzungsrisikos ohne genügend Bodenschutz wurde auf den Finalkampf verzichtet.

Bei einem entspannten Nachtbuffet sorgten eine afrikanische Tanz- und Gesangsgruppe für eine kulturelle Bereicherung. Die vielen neu gewonnen Eindrücke sorgten aber schon bald für die ersten müden Gähner, weshalb allgemein früh zu Bett gegangen wurde.