Das Rhein-Valley-Hospital  (26.03.2012)
Früh morgens geht es los. Mit den Land-Cruisern fahren wir nach Kasambara zum Rhein-Valley-Hospital.
Es fällt schwer den ersten Eindruck in Worte zu packen. Nach einer Fahrt über holprige Pisten, steile Hänge hinauf, kommen wir endlich an. Das Rhein-Valley-Hospital liegt mitten in den landwirtschaftlich geprägten Hügeln vor Nakuru. Eine ärmliche Gegend in der die meisten Menschen in sehr einfachen Hütten leben. Bretterverschläge, Wellblechhütten, auf den Wegen nur Fussgänger, Eselgespanne, Fahrräder und ab und an mal ein Motorrad, mit dem oft Unmengen an Gütern, Kisten, Fässer oder Strohballen transportiert werden.
Das Spital wirkt in dieser Umgebung wie eine Oase. Zwei grosse und zwei kleine Gebäude, in den grossen das eigentliche Spital, in den kleinen Unterkünfte für Arbeiter und das medizinische Personal. Das Wartezimmer ist schon voll als wir ankommen, manche Patienten warten deswegen draussen auf dem akurat geschnittenen Rasen im Schatten der gepflegten Bäume. Warum so viel Manschen herkommen wird klar, wenn man bedenkt, dass das Rhein-Valley-Hospital ein Einzugsgebiet von rund 80.000 Einwohnern hat.
Schon der Anblick von aussen macht nicht nur uns, sondern auch ganz offensichtlich den Kranken hier klar, hier wird geholfen, hier ist es besser als draussen vor dem grossen bewachten Tor. Und so ist es auch als wir, viele von uns zum ersten Mal, das Spital betreten. Gut – es ist nicht wie in einer Schweizer Klinik, aber das wissen nur wir, die Patienten hier sehen das schon eher so, als wären sie plötzlich in Europa mit all der medizinischen Hilfe, die sie sonst nirgends bekommen. Hier ist alles sauber, die Hygiene hilft Wunden erfolgreich zu behandeln, Kranken so die Chance zu geben, vermeintlich kleine Wehwehchen schnell auszukurieren, ehe sie durch Infektionen oder andere Komplikationen zur lebensgefährlichen Bedrohung werden. Der Standard des Rhein-Valley-Hospitals ist in Kenia sonst nur solventen Patienten vorbehalten – die armen Menschen rund um Nakuru könnten sich den sonst nie leisten. Wer kann, zahlt hier einen kleinen Obulus, ca. 25 Rappen (ja Rappen, nicht Franken) für seine Behandlung, wer kein Geld hat wird gratis behandelt.

29hasa_1024x526

 

Wir treffen hier Edward, ihn beutelt derzeit die Malaria, wie viele Patienten des Rhein-Valley-Hospitals. Er kommt seit zwei Tagen zur ambulanten Behandlung. Sobald die Infusion durchgelaufen ist, geht er wieder heim um sich dort zu erholen. Er würde in kein anderes Krankenhaus gehen sagt der 50-jährige Familienvater, “das Rhein-Valley ist unser Krankenhaus, hier kann ich mir die Behandlung leisten.”
In der Frauenabteilung sind 3 Frauen, zwei von ihnen bleiben stationär da um von ihrer Malaria geheilt zu werden, die beiden hat es schlimm erwischt, mindestens 3 Tage müssen sie hier bleiben, ehe die Behandlung zu Hause mit Tabletten weiter geht.

Das Wartezimmer ist inzwischen zum Bersten voll. über Hundert Patienten warten auf einen Termin beim behandelnden Arzt. Alle sind geduldig und warten bis sie an der Reihe sind. Die Ärzte beobachten hier einen deutlichen Anstieg an Hepatitis erkrankten Manschen, HIV nimmt in den letzten Monaten ebenso zu. Die einheimischen Ärzte und Pfleger sehen durch die Spendenfinanzierung im Rhein-Valley eine der besten Möglichkeiten mit ihrer fundierten Ausbildung tatsächlich zu helfen. Bezahlt werden sie hier auch besser als in staatlichen Krankenhäusern, allerdings nicht so fürstlich wie bei manch anderen von Hilfsorganisationen betriebenen Krankenhäusern. Das gehört zur Philosophie von Ruth Schäfer. Mittel- und langfristige Hilfe zur Selbsthilfe.

33fritsch_512x768

Allen hier, Patienten wie Angestellten sieht man eine grosse Dankbarkeit an. Das Projekt läuft schon seit vielen Jahren so erfolgreich, dass sich hier niemand ein Leben ohne das Rhein-Valley-Hospital vorstellen mag.

Voller Eindrücke kehren wir am Abend in unsere Lodge zurück. Jetzt wissen alle warum jeder Höhenmeter zählt, der Wille den Kilimandscharo-Gipfel zu erreichen ist jetzt stärker denn je, nicht nur für uns selbst wollen wir ganz hinauf, sondern auch um durch die Aktion, möglichst viele Spenden für das Rhein-Valley-Hospital zu sammeln, damit es weiter kranken Menschen heilt und durch seine Arbeit das tut, was es seit 12 Jahren macht – Menschenleben retten.