Das Nachtprogramm viel aufgrund allgemeiner Müdigkeit aus, alle TeilnehmerInnen zogen sich relativ früh in die Betten zurück. Die Mäuse in den Hütten liessen sich allerdings dadurch nicht beirren und kamen regelmässig auf Besuch. Wer nicht einen tiefen Schlaf hatte, der wurde entweder durch das Schnarchen, das Knarren oder dem lauten Wind von aussen geweckt. So man sich zur Toilette traute, wurde man mit einem sensationellem Sternenhimmel belohnt. Der Sonnenaufgang morgens hätte auch direkt aus einem Werbekatalog entsprungen sein können, man fühlte sich wie auf einer Berghütte mit Aussicht auf das Nebelmeer.


Nach einem „feinen Zmorge“ machten sich alle frohen Mutes auf die heutige Tour. Zu Beginn war der Weg derselbe wie am Vortag bei der Rückkehr aus dem Akklimatisierungspunkt. Wieder von unzähligen Büschen und Gestrüpp gesäumt, lachte uns die Sonne an, mit einem freien Blick ins weite Tal. Das Wetter meinte es so gut mit uns allen, dass während der ganzen Tagestour stets der Gipfel des Kilimanjaro zu sehen war, was eigentlich eine Seltenheit ist.

Nach einer guten Stunden nahmen die Büsche ab, nun prägten Steine und feiner Sand das Landschaftsbild. Die erste richtige Pause fand auf 4‘200 m.ü.M. statt, plus ein erstes Ausbreiten der Gipfelfahne und einem kurzen Schaukampf zwischen den beiden Schwingern. Einem Kampf, welcher bei den anderen Tourengängern aus allen Herren Ländern auf Begeisterung stiess.
Nach dem Mittagessen nahm die Vegetation noch soweit ab, dass schlussendlich eine breite Sandpiste als Weg diente, während aussen vereinzelt grosse und kleine Steine auflagen. Ödes Land offenbarte einen weiten Blick nach vorne, doch die TeilnehmerInnen hielten ihr Pilgerfahrt-Tempo störrisch bei und liessen sich nicht dazu verleiten ihr Laufgeschwindigkeit zu steigern, trotz mangelnder Abwechslung im Vergleich zu den bisherigen Erlebnissen.
Nach einer weiteren grossen Pause zeigte sich endlich das Schlussziel des heutigen Tages. Noch in grosser Distanz liegend thronte majestätisch die Hütte auf einem Hochplateau, im Hintergrund eine heftige Steigung offenbarend, welche es am nächsten Tag zu besteigen galt. Nach bis nach trafen die LäuferInnen beim Nachtlager ein, bis am Ende alle 29 Expeditions-TeilnehmerInnen bei der Hütte waren. Vielen war der Druck aufgrund der Höhe von 4‘700 m.ü.M. zu hoch, so dass einige über leichtes Kopfweh klagten und der Arzt sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen konnte.
Da die Hütten überfüllt waren wurde das „Nachtessen“ (um ca. 17:30 Uhr) in den Zimmern eingenommen. Die Teilnehmer werden die „Nacht“, also die Zeit von 18:30 bis 22:00, grösstenteils im Zimmer verbringen (drei mussten aufgrund Platzmangel in einem Zelt schlafen).
Der Gipfelsturm selbst wird etwa um 22:30 Uhr beginnen.
Alle 29 TeilnehmerInnen planen derzeit den Gipfel zu erklimmen, trotz Puls- und leichten Atemproblemen. Ob jemand überhaupt die Augen zubekommen wird in diesen knapp vier Stunden „Nachtruhe“?